E-Rechnung
Leitweg-ID
Definition
Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Routing-Kennung, die deutsche öffentliche Auftraggeber für den elektronischen Rechnungsempfang verwenden. Sie besteht in der Regel aus einer Kombination aus Behördenkennzeichen, optionalen Untergliederungen und einer Prüfziffer, z.B. `04011000-1234512345-06`. Die Leitweg-ID wird im XRechnung-Feld BT-10 (Käuferreferenz) angegeben und stellt sicher, dass eine Rechnung innerhalb einer Behörde korrekt zugestellt und verarbeitet werden kann.
Hintergrund & Kontext
Die Leitweg-ID ist das Adressierungs- und Routing-Instrument für elektronische Rechnungen an die deutsche öffentliche Verwaltung. Sie wird vom jeweiligen Auftraggeber vergeben und der rechnungsstellenden Partei mitgeteilt — typischerweise in der Bestellung, im Vertrag oder in der Vergabebekanntmachung. Strukturell besteht eine Leitweg-ID aus drei durch Bindestriche getrennten Teilen: einer Grobadressierung (das Behördenkennzeichen, 2 bis 12 Stellen), einer optionalen Feinadressierung (bis zu 30 alphanumerische Zeichen für interne Untergliederungen) und einer zweistelligen Prüfziffer. Ein vollständiges Beispiel ist `04011000-1234512345-06`. In der XRechnung wird die Leitweg-ID im Business Term BT-10 (Käuferreferenz / BuyerReference) hinterlegt. Die deutsche Geschäftsregel BR-DE-15 verlangt, dass BT-10 in jeder XRechnung gefüllt ist; Format und Prüfziffer der Leitweg-ID prüft der KoSIT-Validator nicht. Ohne korrekte Leitweg-ID kann die Empfangsplattform (für den Bund die OZG-RE) die Rechnung nicht an die zuständige Organisationseinheit weiterleiten.
In der Praxis — ein Beispiel
Ein Auftragnehmer erhält von einer Landesbehörde die Leitweg-ID `04011000-1234512345-06`. In der UBL-XRechnung trägt er sie unverändert in `<cbc:BuyerReference>04011000-1234512345-06</cbc:BuyerReference>` ein. Die Empfangsplattform leitet die Rechnung anhand dieser ID weiter. Wird die ID gekürzt (z.B. die Prüfziffer weggelassen) oder mit Leerzeichen versehen, besteht die Datei zwar die KoSIT-Validierung, denn BR-DE-15 prüft nur, ob BT-10 gefüllt ist; die Plattform kann die Rechnung aber keiner Empfangsstelle zuordnen, selbst wenn alle anderen Felder korrekt sind.
Häufige Fehler
- •Die Leitweg-ID nicht mit der Bestellnummer (BT-13) verwechseln — sie gehört ausschließlich in BT-10 (BuyerReference).
- •ID niemals kürzen, umformatieren oder mit Leer-/Sonderzeichen versehen; die Prüfziffer muss erhalten bleiben. Der Validator bemerkt das nicht (BR-DE-15 prüft nur, ob BT-10 gefüllt ist), die Zustellung scheitert trotzdem.
- •Eine Leitweg-ID gilt pro Empfangsstelle — bei mehreren Behörden oder Untereinheiten muss jeweils die zugewiesene ID verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen
Woher bekomme ich die Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID wird vom Rechnungsempfänger (der Behörde) vergeben und Ihnen mitgeteilt — meist in der Bestellung, im Vertrag oder in der Vergabeunterlage. Sie können sie nicht selbst erzeugen.
In welches Feld gehört die Leitweg-ID?
In das Business Term BT-10 (Käuferreferenz), in UBL das Element cbc:BuyerReference. Sie ist für XRechnungen an öffentliche Auftraggeber dort verpflichtend.
Was bedeutet die letzte Ziffer?
Der zweistellige Schlussteil ist eine Prüfziffer nach dem Verfahren Modulo 97-10 (ISO/IEC 7064), die Tippfehler in der ID erkennbar macht. Der KoSIT-Validator rechnet sie nicht nach; prüfen Sie die ID deshalb vorab, etwa mit einem Leitweg-ID-Validator.