Marktsektor
B2G (Business-to-Government)
Definition
B2G bezeichnet Geschäftsbeziehungen und Rechnungsstellungen von Unternehmen an staatliche Stellen (Bund, Länder, Kommunen, öffentliche Einrichtungen). In Deutschland ist die elektronische Rechnungsstellung im B2G-Bereich bereits seit 2020 schrittweise für Bundesbehörden und zunehmend auch für Landes- und Kommunalbehörden verpflichtend. Das vorgeschriebene Format ist XRechnung oder ein anderes EN-16931-konformes Format.
Hintergrund & Kontext
B2G (Business-to-Government) bezeichnet die Rechnungsstellung von Unternehmen an die öffentliche Hand: Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden sowie öffentliche Einrichtungen und Eigenbetriebe. Der B2G-Bereich war in Deutschland der Vorreiter der verpflichtenden elektronischen Rechnung. Grundlage ist die EU-Richtlinie 2014/55/EU, in Deutschland umgesetzt durch das E-Government-Gesetz (§ 4a EGovG) und die E-Rechnungsverordnung (ERechV) des Bundes sowie korrespondierende Landesverordnungen. Seit dem 27. November 2020 müssen Lieferanten an Bundesbehörden elektronische Rechnungen in einem EN-16931-konformen Format — in der Praxis XRechnung — einreichen. Anders als im B2B ist im B2G die Leitweg-ID (BT-10) verpflichtend, weil die Rechnung über zentrale Eingangsplattformen (ZRE für die unmittelbare, OZG-RE für die mittelbare Bundesverwaltung und viele Länder) korrekt zur Empfangsstelle geroutet werden muss. Die Bundesländer haben unterschiedliche Stichtage und teils eigene Plattformen.
In der Praxis — ein Beispiel
Eine Werbeagentur gewinnt einen Auftrag eines Bundesamts. Für die Schlussrechnung muss sie eine XRechnung erstellen, die vom Amt vergebene Leitweg-ID in BT-10 eintragen und die Datei über die Zentrale Rechnungseingangsplattform (ZRE) einreichen — etwa per Webformular oder Peppol. Eine bloße PDF-Rechnung per E-Mail würde abgelehnt, weil sie weder strukturiert noch korrekt geroutet ist. Bei Landes- oder Kommunalaufträgen prüft die Agentur, welche Plattform und welcher Stichtag dort gelten.
Häufige Fehler
- •Im B2G ist die Leitweg-ID Pflicht (BR-DE-2) — anders als im B2B; ohne sie scheitert die Zustellung.
- •Länder und Kommunen haben abweichende Stichtage und Plattformen; man darf nicht von einer bundeseinheitlichen Regelung ausgehen.
Häufig gestellte Fragen
Seit wann gilt die B2G-E-Rechnungspflicht?
Gegenüber Bundesbehörden müssen Lieferanten seit dem 27. November 2020 elektronisch und EN-16931-konform rechnen. Länder und Kommunen haben eigene, teils spätere Stichtage.
Welches Format brauche ich für B2G?
Ein EN-16931-konformes Format, in der Praxis meist XRechnung. ZUGFeRD im EN-16931-Profil ist grundsätzlich möglich, aber prüfen Sie die Vorgaben des konkreten Empfangsportals.