XRechnung erstellen – Anleitung Schritt für Schritt
XRechnung erstellen – Anleitung in sechs Schritten: Pflichtfelder mit BT-Nummern, geprüftes UBL-Beispiel, Validierung nach KoSIT-Regeln, Versand und Archivierung.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine XRechnung entsteht in sechs Schritten: Daten sammeln, Syntax wählen, Datei erzeugen, validieren, versenden und acht Jahre unverändert archivieren.
- Seit XRechnung 3.0 sind neben den klassischen Rechnungsangaben auch BT-23 (Geschäftsprozess), die elektronischen Adressen BT-34 und BT-49 sowie der Verkäuferkontakt BG-6 Pflicht.
- Die Käuferreferenz BT-10 muss in jeder XRechnung stehen (BR-DE-15); bei Behörden ist das die Leitweg-ID, bei Firmenkunden zum Beispiel die Bestellnummer.
- Ohne eigene Software erstellen Sie eine XRechnung mit einem Online-Generator, bei Bundesbehörden auch über die Weberfassung der OZG-RE.
- Laut BMF-Schreiben vom 15.10.2025 dürfen Sie sich auf das Ergebnis einer geeigneten Validierung stützen und sollten den Prüfbericht aufbewahren.
Inhalt
Eine XRechnung erstellen Sie in sechs Schritten: Pflichtangaben sammeln, Syntax wählen (UBL oder CII), die XML-Datei mit Software, Generator, Weberfassung oder von Hand erzeugen, gegen die KoSIT-Regeln validieren, versenden und acht Jahre unverändert archivieren. Für Rechnungen an Behörden gehört die Leitweg-ID in das Feld BT-10.
Stand: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung.
Wer nur ein Ergebnis braucht, kann eine XRechnung erstellen, ohne XML zu schreiben: Unser Generator erzeugt die Datei aus einem Formular. Diese Anleitung zeigt, was dabei im Hintergrund passiert, welche Felder Pflicht sind und wie Sie eine XRechnung auch manuell aufbauen. Was XRechnung grundsätzlich ist und wann sie Pflicht ist, erklärt der Beitrag Was ist XRechnung?.
Was brauchen Sie, bevor Sie anfangen?
Klären Sie vor der ersten Rechnung vier Punkte:
- Empfänger: Behörde oder Unternehmen? Davon hängen Käuferreferenz und Übermittlungsweg ab.
- Käuferreferenz: Bei Behörden die Leitweg-ID aus Bestellung oder Vertrag, bei Firmenkunden die Referenz, die der Kunde vorgibt.
- Rechnungsadresse: die E-Mail-Adresse oder Plattform, über die der Kunde E-Rechnungen empfängt. Sie wird zugleich als elektronische Adresse (BT-49) gebraucht.
- Version: Stellen Sie sicher, dass Ihre Software XRechnung 3.0 erzeugt. Die aktuelle Fassung ist 3.0.2.
Schritt 1: Pflichtangaben zusammenstellen
Die meisten Fehler entstehen, weil Angaben fehlen. Die folgende Tabelle zeigt die Felder, die eine XRechnung 3.0 für eine einfache Rechnung in Euro braucht:
| Bereich | Feld | Inhalt |
|---|---|---|
| Rechnungskopf | BT-1, BT-2, BT-3, BT-5 | Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Rechnungsart (380 für eine Rechnung), Währung „EUR“ |
| Rechnungskopf | BT-10 | Käuferreferenz, bei Behörden die Leitweg-ID (BR-DE-15) |
| Technik | BT-23, BT-24 | Geschäftsprozess und Spezifikationskennung; beides setzt die Software |
| Fälligkeit | BT-9 oder BT-20 | Fälligkeitsdatum oder Zahlungsbedingungen |
| Leistung | BT-72 oder BG-14 | Leistungsdatum oder Leistungszeitraum, umsatzsteuerlich Pflicht |
| Verkäufer | BT-27, BT-37, BT-38, BT-40 | Name, Ort, Postleitzahl, Land |
| Verkäufer | BT-31 oder BT-32 | USt-IdNr. oder Steuernummer |
| Verkäufer | BT-34, BG-6 | elektronische Adresse; Kontakt mit Name (BT-41), Telefon (BT-42), E-Mail (BT-43) |
| Käufer | BT-44, BT-52, BT-53, BT-55, BT-49 | Name, Ort, Postleitzahl, Land, elektronische Adresse |
| Zahlung | BT-81, BT-84 | Zahlungsart (58 für SEPA-Überweisung) und IBAN |
| Position | BT-126, BT-129, BT-130, BT-146, BT-131, BT-153 | Nummer, Menge, Einheit, Nettopreis, Nettobetrag, Bezeichnung |
| Steuer | BG-23 | Bemessungsgrundlage, Steuerbetrag, Kategorie, Steuersatz je Steuersatz |
| Summen | BT-106, BT-109, BT-110, BT-112, BT-115 | Positionssumme, Netto, Steuer, Brutto, fälliger Betrag |
Drei Punkte gehen häufig unter. Erstens verlangt § 14 Abs. 4 UStG die vollständige Anschrift beider Parteien; tragen Sie deshalb auch die Straße ein, obwohl die Prüfregeln beim Käufer nur Ort und Postleitzahl erzwingen. Zweitens kommen Einheiten aus der Liste UN/ECE Recommendation 20, zum Beispiel HUR für Stunde, DAY für Tag und C62 für Stück. Drittens setzen Kleinunternehmer, die freiwillig eine XRechnung ausstellen, die Steuerkategorie E mit 0 Prozent, begründen die Befreiung in BT-120 mit § 19 UStG und geben ihre Steuernummer in BT-32 an.
Ob die umsatzsteuerlichen Angaben vollständig sind, können Sie unabhängig vom Format mit unserem Tool Pflichtangaben prüfen.
Schritt 2: Syntax wählen – UBL oder CII
XRechnung gibt es in zwei Syntaxen. UBL 2.1 nutzt das Wurzelelement Invoice (oder CreditNote für Gutschriften) mit den Präfixen cbc und cac. CII nutzt rsm:CrossIndustryInvoice mit den Präfixen rsm, ram, udt und qdt. Inhaltlich und rechtlich sind beide gleichwertig, und öffentliche Auftraggeber müssen beide annehmen.
In der Praxis entscheidet die Software. UBL ist bei XRechnung verbreitet und leichter zu lesen, CII ist die Grundlage von ZUGFeRD. Wer beides erzeugen kann, nimmt die Syntax, die der Empfänger bevorzugt. Die Unterschiede im Detail zeigt der Vergleich UBL vs. CII.
Schritt 3: Die XRechnung erzeugen
Es gibt vier Wege zur fertigen Datei:
| Weg | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|
| Rechnungs- oder Buchhaltungsprogramm | laufende Rechnungsstellung | prüfen, ob das Programm XRechnung 3.0 und alle Pflichtfelder unterstützt |
| Online-Generator | Einzelrechnungen, kleine Betriebe | Ergebnis vor dem Versand validieren |
| Weberfassung der OZG-RE | nur Rechnungen an Bundesbehörden | Registrierung an der Plattform nötig |
| XML von Hand oder per Code | Entwickler, Tests, Schnittstellen | Schema, Rechenregeln und Codelisten selbst einhalten |
Mit dem Generator
Unser Generator führt in drei Schritten zur Datei:
- Firmendaten: Rechnungsnummer, Datum, Fälligkeit und Währung, dann Ihre Daten mit USt-IdNr., Anschrift, Ansprechpartner, Telefon, E-Mail und IBAN. Beim Kunden tragen Sie Anschrift und im Feld „Leitweg-ID / Referenz“ die Käuferreferenz ein. Bleibt das Feld leer, setzt der Generator die Rechnungsnummer ein; bei Behörden ist das falsch, dort gehört die Leitweg-ID hinein.
- Positionen: Bezeichnung, Menge, Einzelpreis und Steuersatz je Position.
- Export: „XRechnung XML“ erzeugt eine UBL-Datei nach XRechnung 3.0. Alternativ stehen ZUGFeRD als XML oder als PDF/A-3 zur Wahl.
Zur Erzeugung werden die Formulardaten kurz an unsere Schnittstelle übertragen; gespeichert werden die Rechnungsdaten dabei nicht. Der Generator setzt immer die Rechnungsart 380. Gutschriften, Rechnungskorrekturen (381, 384) oder Abschlagsrechnungen im Bau erstellen Sie mit anderer Software oder direkt im XML.
Mit der Weberfassung der OZG-RE
Für Rechnungen an Bundesbehörden stellt der Bund auf der OZG-RE eine Eingabemaske bereit. Sie registrieren sich, tippen die Rechnung ein und erhalten vor dem Absenden einen Prüfbericht mit formalen Fehlern. Für Länder, Kommunen oder Firmenkunden hilft dieser Weg nicht.
Von Hand: ein geprüftes UBL-Gerüst
Das folgende Beispiel ist eine vollständige, minimale XRechnung 3.0 in UBL: zehn Stunden Beratung zu 95 Euro an eine Behörde. Es besteht die Prüfung mit dem offiziellen KoSIT-Validator (Konfiguration 3.0.2) ohne Fehler und ohne Warnung. Die Kommentare nennen die BT-Nummern; Name, IBAN und Leitweg-ID sind fiktiv, die Prüfziffer der Leitweg-ID stimmt.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<ubl:Invoice xmlns:ubl="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:xsd:Invoice-2"
xmlns:cac="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:xsd:CommonAggregateComponents-2"
xmlns:cbc="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:xsd:CommonBasicComponents-2">
<cbc:CustomizationID>urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xeinkauf.de:kosit:xrechnung_3.0</cbc:CustomizationID> <!-- BT-24 -->
<cbc:ProfileID>urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:01:1.0</cbc:ProfileID> <!-- BT-23 -->
<cbc:ID>RE-2026-0142</cbc:ID> <!-- BT-1 -->
<cbc:IssueDate>2026-09-28</cbc:IssueDate> <!-- BT-2 -->
<cbc:DueDate>2026-10-12</cbc:DueDate> <!-- BT-9 -->
<cbc:InvoiceTypeCode>380</cbc:InvoiceTypeCode> <!-- BT-3 -->
<cbc:DocumentCurrencyCode>EUR</cbc:DocumentCurrencyCode> <!-- BT-5 -->
<cbc:BuyerReference>991-12345-73</cbc:BuyerReference> <!-- BT-10 -->
<cac:AccountingSupplierParty> <!-- BG-4 Verkäufer -->
<cac:Party>
<cbc:EndpointID schemeID="EM">rechnung@beispiel-gmbh.de</cbc:EndpointID> <!-- BT-34 -->
<cac:PostalAddress>
<cbc:StreetName>Musterstraße 1</cbc:StreetName> <!-- BT-35 -->
<cbc:CityName>Bremen</cbc:CityName> <!-- BT-37 -->
<cbc:PostalZone>28195</cbc:PostalZone> <!-- BT-38 -->
<cac:Country>
<cbc:IdentificationCode>DE</cbc:IdentificationCode> <!-- BT-40 -->
</cac:Country>
</cac:PostalAddress>
<cac:PartyTaxScheme>
<cbc:CompanyID>DE123456789</cbc:CompanyID> <!-- BT-31 -->
<cac:TaxScheme><cbc:ID>VAT</cbc:ID></cac:TaxScheme>
</cac:PartyTaxScheme>
<cac:PartyLegalEntity>
<cbc:RegistrationName>Beispiel GmbH</cbc:RegistrationName> <!-- BT-27 -->
</cac:PartyLegalEntity>
<cac:Contact> <!-- BG-6 -->
<cbc:Name>Anna Muster</cbc:Name> <!-- BT-41 -->
<cbc:Telephone>+49 421 1234567</cbc:Telephone> <!-- BT-42 -->
<cbc:ElectronicMail>anna.muster@beispiel-gmbh.de</cbc:ElectronicMail> <!-- BT-43 -->
</cac:Contact>
</cac:Party>
</cac:AccountingSupplierParty>
<cac:AccountingCustomerParty> <!-- BG-7 Käufer -->
<cac:Party>
<cbc:EndpointID schemeID="EM">rechnungseingang@beispielamt.de</cbc:EndpointID> <!-- BT-49 -->
<cac:PostalAddress>
<cbc:CityName>Berlin</cbc:CityName> <!-- BT-52 -->
<cbc:PostalZone>10115</cbc:PostalZone> <!-- BT-53 -->
<cac:Country>
<cbc:IdentificationCode>DE</cbc:IdentificationCode> <!-- BT-55 -->
</cac:Country>
</cac:PostalAddress>
<cac:PartyLegalEntity>
<cbc:RegistrationName>Beispielamt</cbc:RegistrationName> <!-- BT-44 -->
</cac:PartyLegalEntity>
</cac:Party>
</cac:AccountingCustomerParty>
<cac:Delivery>
<cbc:ActualDeliveryDate>2026-09-25</cbc:ActualDeliveryDate> <!-- BT-72 -->
</cac:Delivery>
<cac:PaymentMeans> <!-- BG-16 -->
<cbc:PaymentMeansCode>58</cbc:PaymentMeansCode> <!-- BT-81 -->
<cac:PayeeFinancialAccount>
<cbc:ID>DE02120300000000202051</cbc:ID> <!-- BT-84 -->
</cac:PayeeFinancialAccount>
</cac:PaymentMeans>
<cac:PaymentTerms>
<cbc:Note>Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug.</cbc:Note> <!-- BT-20 -->
</cac:PaymentTerms>
<cac:TaxTotal>
<cbc:TaxAmount currencyID="EUR">180.50</cbc:TaxAmount> <!-- BT-110 -->
<cac:TaxSubtotal> <!-- BG-23 -->
<cbc:TaxableAmount currencyID="EUR">950.00</cbc:TaxableAmount> <!-- BT-116 -->
<cbc:TaxAmount currencyID="EUR">180.50</cbc:TaxAmount> <!-- BT-117 -->
<cac:TaxCategory>
<cbc:ID>S</cbc:ID> <!-- BT-118 -->
<cbc:Percent>19</cbc:Percent> <!-- BT-119 -->
<cac:TaxScheme><cbc:ID>VAT</cbc:ID></cac:TaxScheme>
</cac:TaxCategory>
</cac:TaxSubtotal>
</cac:TaxTotal>
<cac:LegalMonetaryTotal> <!-- BG-22 -->
<cbc:LineExtensionAmount currencyID="EUR">950.00</cbc:LineExtensionAmount> <!-- BT-106 -->
<cbc:TaxExclusiveAmount currencyID="EUR">950.00</cbc:TaxExclusiveAmount> <!-- BT-109 -->
<cbc:TaxInclusiveAmount currencyID="EUR">1130.50</cbc:TaxInclusiveAmount> <!-- BT-112 -->
<cbc:PayableAmount currencyID="EUR">1130.50</cbc:PayableAmount> <!-- BT-115 -->
</cac:LegalMonetaryTotal>
<cac:InvoiceLine> <!-- BG-25 -->
<cbc:ID>1</cbc:ID> <!-- BT-126 -->
<cbc:InvoicedQuantity unitCode="HUR">10</cbc:InvoicedQuantity> <!-- BT-129, BT-130 -->
<cbc:LineExtensionAmount currencyID="EUR">950.00</cbc:LineExtensionAmount> <!-- BT-131 -->
<cac:Item>
<cbc:Name>Beratung Datenmigration</cbc:Name> <!-- BT-153 -->
<cac:ClassifiedTaxCategory>
<cbc:ID>S</cbc:ID> <!-- BT-151 -->
<cbc:Percent>19</cbc:Percent> <!-- BT-152 -->
<cac:TaxScheme><cbc:ID>VAT</cbc:ID></cac:TaxScheme>
</cac:ClassifiedTaxCategory>
</cac:Item>
<cac:Price>
<cbc:PriceAmount currencyID="EUR">95.00</cbc:PriceAmount> <!-- BT-146 -->
</cac:Price>
</cac:InvoiceLine>
</ubl:Invoice>
Beim Nachbauen gilt: Die Reihenfolge der Elemente ist im UBL-Schema festgelegt und darf nicht verändert werden. Datumsangaben stehen in UBL im Format JJJJ-MM-TT, Beträge mit Punkt als Dezimaltrennzeichen und höchstens zwei Nachkommastellen. Die Rechnung rechnet so: 10 × 95,00 = 950,00 Euro netto (BT-131, BT-106, BT-109), 19 Prozent davon sind 180,50 Euro (BT-117, BT-110), zusammen 1.130,50 Euro (BT-112, BT-115). Weicht eine dieser Summen ab, melden die Regeln BR-CO-10, BR-CO-15 oder BR-CO-16. Ein weiteres vollständiges XRechnung Beispiel finden Sie unter den Vorlagen, die CII-Pfade im Beitrag zur XML-Struktur der XRechnung.
Schritt 4: Die XRechnung validieren
Prüfen Sie jede Datei vor dem Versand, auch wenn sie aus einer bewährten Vorlage stammt. Eine vollständige Prüfung umfasst das XML-Schema der Syntax, die Regeln der EN 16931 und die Regeln der XRechnung (BR-DE). Laden Sie die Datei dazu in unseren Viewer und lassen Sie die XRechnung prüfen: Er wendet die offiziellen KoSIT-Regeln an, stellt die Rechnung lesbar dar und erklärt jede Meldung. Für automatisierte Abläufe gibt es den KoSIT-Validator als Open-Source-Programm (öffnet in neuem Tab). Was einzelne Codes bedeuten, steht unter KoSIT-Fehler; die häufigsten Ursachen behandelt der Beitrag XRechnung-Fehler beheben.
Das BMF-Schreiben vom 15.10.2025 (öffnet in neuem Tab) unterscheidet drei Fehlerarten. Ein Formatfehler bedeutet, dass die Datei gar keine E-Rechnung ist. Ein Geschäftsregelfehler ohne umsatzsteuerlichen Bezug, etwa eine fehlende BT-10, ist für die Umsatzsteuer unerheblich, führt bei Behörden aber zur Zurückweisung. Ein Inhaltsfehler, zum Beispiel ein falscher Steuersatz, gefährdet den Vorsteuerabzug des Kunden, auch wenn die Datei technisch gültig ist. Unternehmen dürfen sich laut BMF auf das Ergebnis eines geeigneten Prüfwerkzeugs stützen. Speichern Sie deshalb den Prüfbericht zusammen mit der Rechnung.
Schritt 5: Die XRechnung versenden
Der Übermittlungsweg hängt vom Empfänger ab:
- Bundesbehörden: ausschließlich über die OZG-RE, in die am 19.09.2025 die frühere ZRE überführt wurde. Kanäle sind Weberfassung, Upload, E-Mail und Peppol. Vorher registrieren Sie sich und schalten die gewünschten Kanäle frei.
- Länder und Kommunen: über das Portal, das der Auftraggeber nennt. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.
- Unternehmen: meist als E-Mail-Anhang an die Rechnungsadresse des Kunden, bei größeren Kunden auch über Peppol oder ein Lieferantenportal. Ein normales E-Mail-Postfach reicht für den Empfang aus.
Anlagen wie Stundennachweise betten Sie Base64-kodiert in die Datei ein, statt sie getrennt zu verschicken. Die Bundesplattform erlaubt laut FAQ des Bundes (öffnet in neuem Tab) bis zu 200 eingebettete Dokumente in den Formaten PDF, PNG, JPG, CSV, XLSX und ODS. Details stehen im Beitrag XRechnung mit Anhang.
Schritt 6: Die XRechnung archivieren
Rechnungen sind acht Jahre aufzubewahren (§ 14b UStG, § 147 AO), gerechnet ab dem Ende des Kalenderjahres. Archivieren Sie die XML-Datei unverändert im Original; eine PDF-Ansicht ersetzt sie nicht. Die OZG-RE ist kein Archiv: Rechnungen werden dort 28 Tage nach Bereitstellung oder letztem Statuswechsel gelöscht. Wie ein GoBD-gerechtes Archiv aussieht, beschreibt der Beitrag E-Rechnung archivieren.
B2B und B2G: Was ist anders?
| Punkt | Rechnung an Behörde (B2G) | Rechnung an Unternehmen (B2B) |
|---|---|---|
| BT-10 | Leitweg-ID des Auftraggebers | Referenz des Kunden, z. B. Bestellnummer |
| Format | XRechnung ist Standard | jedes Format nach EN 16931, auch ZUGFeRD |
| Übermittlung | OZG-RE oder Landesportal | E-Mail, Peppol, Portal |
| Prüfung | Plattform weist fehlerhafte Dateien zurück | Kunde prüft selbst |
Die Leitweg-ID bekommen Sie vom Auftraggeber. Wo Sie sie finden, erklärt der Beitrag Leitweg-ID finden oder beantragen. Bevor Sie sie eintragen, können Sie mit unserem Werkzeug die Leitweg-ID prüfen: Es kontrolliert Aufbau und Prüfziffer. Welches Format im B2B-Verkehr besser passt, zeigt der Vergleich XRechnung vs. ZUGFeRD.
Häufige Fehler beim Erstellen
- BT-10 fehlt: Jede XRechnung braucht eine Käuferreferenz, auch im B2B-Verkehr.
- Veraltete Kennung in BT-24: Ältere Programme schreiben noch die Kennung einer 2.x-Version.
- Pflichtangaben seit 3.0 fehlen: BT-23, BT-34 und BT-49 sind seit Version 3.0 Pflicht, der Verkäuferkontakt BG-6 schon länger.
- Rundungsdifferenzen: Summen aus gerundeten Einzelbeträgen passen nicht zur Gesamtsumme.
- Falsche Rechnungsart: Vorgesehen sind 326, 380, 381, 384, 389 und die Bau-Codes 875 bis 877 (BR-DE-17); andere Codes lösen eine Warnung aus. Eine Rechnungskorrektur (384) sollte die ursprüngliche Rechnung in BT-25 nennen.
- Nachträgliche Änderungen: Wer das XML nach der Prüfung von Hand ändert, muss erneut prüfen.
Weitere Beiträge rund um Leitweg-ID, Formate und Prüfung finden Sie in der Kategorie XRechnung.
Tools zu diesem Artikel
- E-Rechnungs-GeneratorKonforme XRechnung-XML und ZUGFeRD-Hybrid-PDF-Rechnungen sofort erstellen.Tool öffnen →
- XRechnung ViewerDeutsche E-Rechnungen parsen, validieren & reparieren mit GoBD-konformem Audit-Trail.Tool öffnen →
- Leitweg-ID Validator & Prüfziffer-RechnerLeitweg-IDs validieren und Prüfziffer nach ISO 7064 Mod 97-10 berechnen — Pflichtfeld BT-10.Tool öffnen →
Häufige Fragen
Kann ich eine XRechnung ohne Software erstellen?
Ja. Ohne eigenes Rechnungsprogramm gibt es drei Wege: einen Online-Generator wie den von docutools.pro, der die XML-Datei aus einem Formular erzeugt; bei Rechnungen an Bundesbehörden die Weberfassung der OZG-RE, in der Sie die Rechnung direkt auf der Plattform eingeben; oder eine selbst geschriebene XML-Datei. In jedem Fall sollten Sie die Datei vor dem Versand gegen die KoSIT-Regeln prüfen.
Welche Pflichtfelder hat eine XRechnung?
Zu den Pflichtfeldern gehören Rechnungsnummer (BT-1), Rechnungsdatum (BT-2), Rechnungsart (BT-3), Währung (BT-5), Käuferreferenz (BT-10), Geschäftsprozess (BT-23) und Spezifikationskennung (BT-24). Dazu kommen Name, Ort, Postleitzahl und Land von Verkäufer und Käufer, beide elektronischen Adressen, der Verkäuferkontakt mit Telefon und E-Mail, die Zahlungsart, mindestens eine Position, die Umsatzsteuer-Aufschlüsselung und die Gesamtbeträge.
Kann ich eine XRechnung in Word oder Excel erstellen?
Nein. Word und Excel erzeugen Dokumente oder Tabellen, aber keine XML-Datei nach dem XRechnung-Standard. Ein daraus exportiertes PDF ist eine sonstige Rechnung und keine E-Rechnung. Sie können die Rechnungsdaten dort vorbereiten, die eigentliche XRechnung erzeugen Sie aber mit einer Rechnungssoftware, einem Generator, der Weberfassung der OZG-RE oder als selbst geschriebenes XML.
Brauche ich für eine XRechnung an Firmenkunden eine Leitweg-ID?
Nein. Leitweg-IDs vergeben nur öffentliche Auftraggeber. Die XRechnung verlangt aber in jedem Fall eine Käuferreferenz in BT-10, sonst meldet die Prüfung den Fehler BR-DE-15. Bei Firmenkunden tragen Sie dort eine Referenz ein, die Ihr Kunde vorgibt, etwa Bestellnummer, Kostenstelle oder Projektnummer. Fragen Sie im Zweifel die Rechnungsabteilung des Kunden.
Muss ich zusätzlich ein PDF zur XRechnung mitschicken?
Nein. Die XML-Datei ist die Rechnung, eine PDF-Ansicht ist nicht vorgeschrieben. Sie können ein PDF oder andere Belege als eingebetteten Anhang in BG-24 mitschicken, etwa einen Stundennachweis. Alle umsatzsteuerlichen Pflichtangaben müssen aber im XML stehen; ein Verweis auf den Anhang reicht laut BMF nicht. Bei Bundesbehörden müssen Anhänge eingebettet sein und dürfen nicht separat per E-Mail kommen.